Christina Schmid
Konzeption und Gestaltung

*

13.12.2020
24 h
00:42 Uhr
51 cm
3070 g

An der Ostsee

Duschzwang
Museumspantoffeln
Schallplattenunterhalter
Strickarchitektur

Sabrinas schönste Sprichwörter, Teil 3

Sie wollte uns über den Tisch führen.
Zurück zum Text.
Ins kalte Messer laufen lassen.
Zwei Gänge runterschrauben.
Um das Pferd von Hinten aufzurollen.
Ständig kommt man ins Hintertreffchen.
Dafür ist zu viel Porzellan den Bach runtergegangen.
Ich fühl mich wie die Prinzessin unter der Erbse.
Das reicht ja für keinen müden Finger.
Dann können wir jetzt auch gleich den Löffel in den Sand werfen.

Ich: Küchen und Schlafzimmer
Julia: Reisen und Essen
Mama: Sprüche und Schnörkel
Papa: Immobilien und Stereoanlagen

SwiftKey

Seit du über die Tasten wischst:
Als für also.
Passieren ist zu weit.
Für mir leid.
So ist das also nochmal genau?
Vertrauen ruhig die Sachen.
Denke auch, dass der gelb gut wird.
Muss von dir zu mir!
Dann wirst du ja jetzt wie ich ohne Bär aussehe.
Frei mich!

Sabrinas schönste Sprichwörter, Teil 2

Adlerauge sei wachsam.
Er muss die Wassertaufe bestehen.
Aus den Ärmeln gesaugt.
Weg gegangen, Schnaps vergangen.
Sie hält uns zum Affen.

Mottenfallen, Duschgel, Zahnpasta, Rasierklingen, English Breakfast Tea, Macadamia Creme und Kreuzkümmelsamen wären noch gut.

Fundstücke

Und immer sah eine aus
wie meine Oma mit so Locken.

Selbst eine Briefmarke
wäre dir zu groß.

Du liest und liest, bis du
nichts mehr siehst.

Hypnagogic visions greet me
on the verge of sleep.

unfinished thoughts

Collection of unfinished thoughts told to Markéta.

Markéta ist zurück aus Prag. Schön, nicht mehr allein in der Wohnung zu sein. Nach einer achtstündigen Autofahrt kratzt sie all ihre Energie zusammen, um den Abend – wie per Mail verabredet – mit mir zu verbringen. Sie zeigt mir das Ergebnis einer zweijährigen Recherche, ein Buch über konzeptionelle Literatur in Zentraleuropa: »Třídit slova / Literatura a konceptuální tendence 1949–2015«. Sie erklärt und übersetzt mir ein paar der Texte und Konzepte:

Alle Wörter der Odyssee alphabetisch sortiert und wieder zu einem Buch gebunden.

Alle Schrift einer Straße auf einem Plakat komprimiert.

Ein Fahrplan, dessen Ortsnamen durch Körperteile ersetzt wurden.

Texte, die ausschließlich aus Fußnoten bestehen.

Texte, von denen nur noch die Satzzeichen übrig sind.

Livre

Une lettre
Un mot
Une phrase
Un paragraphe
Une page
Un livre

Lieu

à propos d’une chambre
à propos d’un appartement
à propos d’une maison
à propos d’une rue
à propos d’un quartier
à propos d’une ville

Temps

par minute
par heure
par jour (ou nuit)
par semaine
par mois
par année

réorganisé

Chronologisch
Alphabetisch
Geografisch
Thematisch
Farblich

17.10.2016 – 13.01.2017
A – Z
N 48° 34' 54.731", O 7° 45' 31.867"
Buch, Ort, Zeit
Blau, Weiß, Rot

Skype

[25.09.15 14:45:09] 5ee9a0
[25.09.15 14:52:37] 06d8bd
[25.09.15 14:54:17] 01e9bb
[25.09.15 14:55:25] 00ffcc
[25.09.15 14:56:31] 03eabc
[25.09.15 14:57:46] 04e0b4

Herrin der Dinge

Strom
Internet
Spülmaschine
Farbe, Walze, Pinsel,
Töpfe, Tassen, Gläser
Stühle
Schreibtischplatte, Böcke
Duschvorhang
Staubsauger
Besen, Kehrwisch, Wischmopp, Eimer
Spülmittel, Spülschwämme
Geschirrtücher
Tischdecke?
Bettwäsche
Lampen
Spiegel
Badezimmerteppich
Schuhschrank
Pfeffermühle
Schleifstein
Pfanne, Pfannenwender

180 Motivations Aufkleber, 10 Motive.
Motivation, Position, Haltung, Meinung, Vision!

Sabrinas schönste Sprichwörter

Ich zieh dir die Ohren über den Kopf.
Da legt sich die Katze schlafen.
Ich hab Angst, dass mir der Faden platzt.
Das ist das Wahre vom Ei.
Wir ziehn doch alle am selben Boot.
Du willst mich wohl hinters Glatteis führen.
Kanonen vor die Säue schießen.
Oder Kanonen vor die Perlen werfen.
Und den Knüppel ins Getriebe.
Noch grün hinter den Fittichen.
Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Elefanten werfen.
Morgenstund fängt den frühen Vogel.
Morgenstund ist aller Laster Anfang.
Morgenstund ist echt zu früh.

Nachrichten / Entwürfe / kein Empfänger

Schön/
Nachts/
Liebe Steffi, ich/
come stai/
Liebe/
Sie S/
Ich s/
Ja, mich gibts/
Hallo Tobi, wir/
E/
Hallo Manuel!/

1.
2.
3.

l.
ll.
lll.

a)
b)
c)

Kistenkrieg

Kisten über Kisten. Bastelkram ohne Ende. Allerlei Papier. Noch mehr Papier. Und Staub, überall! Ausgetrocknete Stifte. Leere Sprühdosen. Acrylfarben. Weiße Leinwände. Blöcke mit Aktzeichnungen aus dem ersten Semester. Das Studium fällt aus ungeordneten Ordnern (sortiert wird bestimmt später). Klamotten und Schuhe, die ich nicht mehr mag und trotzdem nicht wegwerfen kann. Durchlöcherte Strumpfhosen in allen Farben. Plastikschmuck. Postkarten. Juhuu: 20 Euro in einer Weihnachtskarte! Flyer. Faltblätter. Ansichtsmaterial. Andenken. Viel zu viele Bücher. Romane. Designbücher. Comics. Kochbücher. Bilderbücher. Zeitschriften. Die CDs meiner Jugend. Noch mehr Staub. Alte Fotos, lieber nicht anschauen. Eintrittskarten. Kalender der letzten Jahre. Angefangene Skizzenbücher. Veraltete Listen. Kabelsalat. Stoff für den Traum vom Nähen. Knöpfe. Alte Schreibmaschine mit meterlangen Kurznachrichten auf Kassenrolle. Kuckucksuhr und eine Kassette von Papa. Benjamin Blümchen rettet den Kindergarten. Wählscheibentelefon, das ja eigentlich nicht so ganz mir gehört. Kaputte Discokugel. Seifenblasenmaschine. Und Briefe.

Und Briefe

»Ich habe es sehr genossen mit Dir zusammen diesem Fragezeichen aus dem Weg zu gehen.«

»Ein bunter Film, und du hast mir einen kleinen Vorrat an Farbe da gelassen. (…) Als ob deine Droge nicht mehr wirkt.«

»Ich träume von einer nicht müden Christina neben mir … in irgendeiner Zukunft.«

»Für mich ist alles wie vorher. Es war halt nur so ein gefühlsmäßiges Probieren. Schwer zu beschreiben. Aber es war echt nichts weiter.«

Nichts weiter. Oh Mann. Weiterpacken.